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Chronik

Auto-Sport-Club (ASC) Breitenfelde e.V. im ADAC

Der ASC Breitenfelde wurde am 31. Mai 1974 im Lindenhof in Breitenfelde gegründet. Diese Gastwirtschaft gehört Hajo Westphal, dem ehemaligen Bürgermeister und damaligen Gründungsmitglied. Es entstand alles hauptsächlich auf Initiative von Rosemarie Malm, die mit Ihrem damaligen Partner Helbert Ernst Orientierungsfahrten bestritt. Die Vereine in der näheren Umgebung sagten ihnen nicht zu und so beschloss Rosi, Mitstreiter zu suchen und auszubilden.
Und man glaubt es kaum, es funktionierte: Unser Verein wuchs rasant. Es wurde heftig trainiert, indem vereinsinterne Orientierungsfahrten durchgeführt wurden. Das Siegerteam musste dann immer die nächste Veranstaltung ausarbeiten. Auch Gäste wurden gerne gesehen, denn man wollte ja Werbung für den Orientierungssport betreiben. Dann gab es die ersten Reibereien, da für einige Mitglieder die Geselligkeit mit Feiern und Ausflügen wichtiger war als der Sport. Letztlich siegte aber die sportliche Fraktion und dann ging es ab wie Schmidt's berüchtigte Katze.

Interessanterweise beschränkte sich das Einzugsgebiet nicht auf 10 km um Breitenfelde, sondern weitete sich aus auf Geesthacht und sogar Hamburg und Lübeck, wo es bereits etablierte Vereine gab. Nun wurde es Zeit, auch als Veranstalter aufzutreten. Damit wurde die Windrosenfahrt geboren. Wir hatten uns bei anderen Veranstaltern bereits einen Namen erworben, da extrem viele gute Fahrer und speziell Beifahrer bei uns ausgebildet waren. Da auch Rosemarie Malm, die als beste Beifahrerin in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen galt, als Fahrtleiterin fungierte, war die Neugier sehr groß, was der ASC sich bei seiner Erstveranstaltung wohl abkneifen würde; alles, was Rang und Namen hatte, war am Start. Und es wurde ein voller Erfolg! Nun galt es, sich auch um Pokalprädikate zu kümmern. Durch seine relativ zentrale Lage konnte der ASC Mitglied werden im Ostholstein-Pokal (Region Lübeck), der Hamburger ecurie-Meisterschaft und der Nordniedersächsischen Heide-Oste-Pokalgemeinschaft Mitglied werden. Die Teams aus Lübeck und Hamburg gingen sich normalerweise aus dem Weg. Jetzt mussten sie, wenn sie um die Meisterschaft fuhren, zwangsweise gegeneinander antreten. Und somit waren Starterfelder von über 100 Teams die Regel.

Irgendwann zu dieser Zeit erfolgte der Beitritt in den ADAC, der uns eigentlich unter dem Namen ASC Breitenfelde gar nicht haben wollte. ASC Mölln, das hätte doch was. Aber nicht mit uns, dazu waren wir einfach zu selbstbewusst, zu erfolgreich und zu bekannt in der Szene. Das tollste Stück waren sieben Teams unter den ersten 10 bei der Mäcki-Fahrt in Bad Oldesloe. Und so zogen wir unsere Ori-Kreise in Schleswig-Holstein (auch im Norden, z.B. in Idstedt), im Hamburger Umland und in Niedersachsen.

Durch unsere in der örtlichen Presse verbreiteten Erfolge wurde auch die Geschäftswelt auf uns aufmerksam und wir erhielten die Anfrage, eine Such- und Findigkeitsfahrt für Mölln auszurichten. Die Geschäftsleute stifteten Preise, die Kurverwaltung stiftete sogar einen Wanderpokal (eine Till Eulenspiegel Skulptur vom bekannten Bildhauer Karlheinz Gödke). Das lockte nun auch die 'normale Bevölkerung' und brachte sofort starke Starterzahlen. Im zweiten Jahr erreichten wir den Zenit mit 147 Teams am Start. Und wir waren fies. Am Start beim Quellenhof in Mölln erhielten die Teilnehmer nur einen Zettel, auf dem stand, dass es die Fahrtunterlagen auf dem daneben stehenden Wasserturm gab. Na Klasse, Treppen steigen (so ca.180), oben einen kurzen Augenblick verpusten und den tollen Ausblick genießen. Danach die Fahrtunterlagen in Empfang nehmen und schnellstens zum Auto. Zeit ist ja so kostbar. 1. Frage: Wie viele Stufen führen auf den Wasserturm? Manch einer hätte uns sicherlich gerne erwürgt.

Damit alles organisiert und geregelt zugeht, gibt es auch im Motorsport einen Dachverband, den DMSB, früher ONS. Dieser Dachverband sah Einnahmemöglichkeiten und mischte sich in den Orientierungssport ein. Nun benötigte man eine Lizenz. Es gab jetzt auch zwei Veranstaltungsmöglichkeiten: die klassische Ori (B2) und die neue Form B1, bei der auch Orientierungsetappen gefahren wurden. Hinzu kamen aber Sonderprüfungen, die max. 800 m lang sein durften. Diese Sonderprüfungen waren meistens Sprintetappen und es konnte auch ein Slalom eingebaut sein - sogar auf einem Stoppelacker.
Mit dieser Veranstaltungsart wuchs die Zahl derer, die Geschmack an den schnellen Sonderprüfungen fanden. Jetzt wurde auch Rallye gefahren. Und wer fährt muss auch veranstalten. Also wurde beim ASC die Rallye Lauenburgische Seen aus der Taufe gehoben und mit viel Erfolg durchgeführt.

Der Arbeitsaufwand mit diesen drei Großveranstaltungen war enorm und nur dadurch zu bewältigen, dass es die Arbeitsintensität in den Firmen, speziell im öffentlichen Dienst, damals zuließ, auch während der Arbeitszeit einige Dinge zu erledigen. Schöne und äußerst erfolgreiche Jahr waren das. Doch dann kamen die so genannten Umweltschützer. Sie kamen zu den Prüfungen mit ihren Uralt-Fahrzeugen, schimpften auf uns und hinterließen dann Ölflecken auf der Strasse. Sie fällten, nachdem eine Wertungsprüfung per Einstweiliger Verfügung durchgekämpft war, kurzerhand Bäume auf die Strecke. Das war dann praktizierter Umweltschutz, der leider auch in die Köpfe der Politiker eindrang. Dank der Unteren Naturschutzbehörde wurden kaum noch Genehmigungen erteilt. So starb als erstes die Windrosenfahrt. Die Rallye Lauenburgische Seen versuchten wir noch am Leben zu erhalten, indem wir in Geesthacht auf dem Heidbergring Rallyesprint veranstalteten. Das war zwar auch ganz schön, aber nichts für Rallyefahrer mit ihren für Schotter ausgelegten Fahrwerken. Die Rundstrecken- und Slalomfahrer fuhren ihnen um die Ohren und nahmen die Punkte für die Pokalprädikate weg. Außerdem wurde für den Ring soviel Miete verlangt, dass jede Veranstaltung zu einem enormen Risiko für den Verein wurde. Somit stampften wir auch die Rallye ein. Es blieb nur noch die Such- und Findigkeitsfahrt. Das machte aber inzwischen jeder Sport- oder Kegelverein. Damit waren die Starterzahlen dermaßen rückläufig, dass sich der Aufwand nicht mehr lohnte.

Und nun? Keine Veranstaltungen - dadurch keine Aktiven mehr - Verein klinisch tot. Gut, wir veranstalteten noch Clubabende zum Klönen und Spielen. Aber das war es eben nicht mehr. Als bereits die Geier über uns kreisten und sich auf baldige Beute freuten, wurde etwas Neues public: Kart-Slalom für Kinder und Jugendliche.

Um das zu testen brauchten wir ein geeignetes Gelände. Das fanden wir in Mölln in der Ratzeburger Strasse bei der damaligen Firma Heitplatz. Dazu brauchten wir ein Kart - das wurde ausgeliehen bei den Schwarzenbeker Freunden. Nun noch schnell, bei Veranstaltungen anderer Vereine, etwas Erfahrung sammeln und selbst einen Prädikatslauf des ADAC durchführen. Das klappte hervorragend, in Sachen Organisation hatten wir nichts verlernt. Im nächsten Jahr gab es das Ganze dann noch einmal. Nun wagte der Vorstand den Schritt, ein eigenes Kart mit dem dazugehörigen Material (Pylonen, Ersatzreifen, Pedalverlängerungen etc.) zu kaufen. Eine Investition von über 6.000 DM. Und somit zu teuer, um nur auf eine Veranstaltung zu warten. Da es inzwischen eigenen Nachwuchs gab, wurde 1996 kurzerhand unsere Jugendgruppe gegründet.

Trotzdem brauchte es aber noch einige Zeit, um konkurrenzfähig zu werden. Logisch, denn das war bisher nicht unser Sport und aus Eltern mussten Trainer werden. Aber es lohnte sich schon, ein zweites Kart zu erwerben. Nach einiger Zeit gelang es dann, sowohl bei einzelnen Veranstaltungen als auch im Pokalwettbewerb des ADAC, vordere Plätze zu belegen. Und obwohl sich die Gruppe jedes Jahr durch Ab- und Zugänge veränderte, wurde sie trotzdem immer besser. Doch die Firma Heitplatz wurde insolvent und der Insolvenzverwalter verbot uns weiteres Training auf dem Gelände. Wir fanden für einige Trainingssitzungen Unterschlupf bei den Schwarzenbeker Freunden.

Dann trat ein Spediteur mit seinen zwei Söhnen der Truppe bei und erlaubte uns, vor seinen Hallen in Lanken zu trainieren. Aber auch das währte nicht sehr lange, denn auch dieser Betrieb musste Insolvenz anmelden. Eine Anfrage bei der für Lanken zuständigen Wirtschaftsförderungsgesellschaft wurde abschlägig beschieden mit den mut machenden Worten: 'Herr Hesse möchte das nicht.' Überraschend schnell hatten wir dann doch einen Platz. Beim Sport- und Freizeitcentrum in Mölln durften wir über viele Jahre fortan unsere Runden drehen. Ein herzliches Dankeschön der Familie Conring! Nun ist auch das vorbei, denn es sind in die Wohnungen über dem Parkplatz Mieter eingezogen, die den Lärm, der nun einmal entsteht, nicht akzeptieren, da sie teilweise nachts arbeiten müssen. Ein neues Trainingsgelände in Mölln haben wir jetzt in 2007 am Grambeker Weg 165 bei der Firma Elektrotechnik May gefunden.

Seit 2006 trainieren wir nicht nur in Mölln, sondern auch in Lübeck-Blankensee. Im Jahre 2008 kam dann noch ein weiteres Trainingsgelände in Seedorf hinzu. Auf allen Plätzen trainiert Gunnar Eildermann die Kinder und Jugendlichen. Mit Wolfgang Dohmann, der sowohl im Kartslalom-, als auch im Autoslalom-Sport sehr erfolgreich war, steht auf allen Plätzen ein weiterer Trainer als zweiter Mann an seiner Seite.
Die Erfolge können sich sehen lassen. Thomas Dohmann war beim Norddeutscher ADAC-Kart-Slalom-Endlauf bereits einmal Zweiter und stand weitere drei Male auf Platz 3 (das sind die jeweils drei besten Aktiven aus sechs der 18 ADAC-Regionalvereine). Und 2006 gelang Marvin Lewczuk, der damals noch für den ASC Breitenfelde fuhr, sogar die kleine Sensation, seine Altersklasse zu gewinnen. Lennart Eildermann schaffte es im Jahr 2008 beim ADAC Bundesendlauf Kartslalom, hier starten 51 Fahrer pro Klasse aus 16 ADAC-Regionalvereinen, in die Top Ten bis auf Platz 8. Alle Erfolge der ASC-Mitglieder auf einen Blick.

Nun gibt es ja das Gesetz des Alterns. Folglich wachsen dann junge Sportler aus der Gruppe heraus. Für sie hat der ADAC Hansa seit einigen Jahren die Möglichkeit geschaffen, Auto-Slalom zu fahren. In Schleswig-Holstein wird diese Sportart, ADAC-Hansa-Youngster-Slalom-Cup genannt, schon länger betrieben. Hier gelang Wolfgang Dohmann im Jahre 2001 sogar das Kunststück, beim ADAC-Bundesendlauf den Sieg zu erringen. Der Youngster-Cup erfreut sich in Deutschland starker Beliebtheit, da hier Jugendliche ab 16 Jahre auf, vom ADAC zur Verfügung gestellten Fahrzeugen Auto-Slalom fahren lernen, und dann das Erlernte bei Veranstaltungen umsetzen können. So kann man bei einem überschaubaren Kostenaufwand dann drei Jahre lang die Luft beim großen Automobilsport schnuppern. Danach allerdings ist ein eigenes Auto und Geld erforderlich, will man im Motorsport weiter aktiv bleiben. Von 2009 an kämpft nun Thomas Dohmann im ADAC-Hansa-Youngster-Slalom-Cup um Wertungspunkte.
Mit Björn Schneider hatten wir in den Jahren 2006 - 2009 einen Sportler mit eigenem Fahrzeug, auf dem 2007 - 2009 auch seine Schwester Britt fuhr.

Autor: Hemmy Schneider (30.07.2007) - überarbeitet von Gunnar Eildermann (23.06.2011)